Zum Inhalt

DFB-Team und das bittere Novum gegen Paraguay

Das DFB-Team hat gegen Paraguay eine historische Negativserie gestartet. Seit 1966 hat keine deutsche Mannschaft bei einer WM eine derartige erste Halbzeit gespielt.

Julia Lange//3 Min. Lesezeit

Das DFB-Team hat am Freitag beim WM-Spiel gegen Paraguay eine erste Halbzeit hingelegt, die in die Geschichtsbücher eingehen wird. Ein bitteres Novum, das seit 1966 nicht mehr vorgekommen ist. In einem Spiel, das ohnehin schon unter Druck stand, sorgten die Spieler mit einer Performance, die an die schwächsten Zeiten des deutschen Fußballs erinnerte, für große Ernüchterung.

Man muss sich fragen, wie es geschehen konnte, dass eine Mannschaft mit solch einem Potenzial – wenn man den Kader betrachtet – in der ersten Halbzeit kaum in die Gänge kam. Paraguay, mit einem eher durchschnittlichen Kader, zeigte, dass man auch gegen hoch favorisierte Teams bestehen kann. Da könnte man fast Mitleid mit den DFB-Spielern haben, die sichtlich unter dem Druck litten, die ohnehin schon angespannte Stimmung im Lager weiter zu verschärfen.

Die ersten 45 Minuten waren geprägt von Fehlpässen, misslungenen Tacklings und einem Mangel an kreativen Ideen. Man hatte fast den Eindruck, dass die Spieler mehr mit sich selbst als mit dem Gegner beschäftigt waren. Diese Selbstfindung, die sich auf dem Platz manifestierte, erinnerte an die besten Tage von deutschen Mannschaften – allerdings im negativen Sinne. Die Parallelen zu der katastrophalen WM 2006, als Deutschland in der Vorrunde gegen die eigenen Nerven zu kämpfen hatte, waren nicht zu übersehen.

Die Zuschauer, die sich einst auf das DFB-Team gefreut hatten, sahen sich einer ernüchternden Realität gegenüber. Anstatt leidenschaftlicher Angriffe und dem unverwechselbaren deutschen Spielstil gab es stagnierende Ballwechsel und eine Aufstellung, die nicht aufeinander eingespielt schien. Es war beinahe tragisch zu beobachten, wie die Spieler den eigenen Ansprüchen hinterherhinkten.

Die Reaktionen auf die Leistung in der ersten Halbzeit waren entsprechend. Sportexperten und Fans äußerten sich kritisch – berechtigterweise. Es ist nie leicht, mit solch einer Ausgangslage umzugehen, besonders wenn man die Trikots mit den vier Sternen trägt. Denn die Geschichte der deutschen Nationalmannschaft war immer eine Geschichte des Erfolgs, aber immer auch eine, die hohe Erwartungen mit sich bringt.

In der zweiten Halbzeit änderte sich zwar ein wenig der Ton, doch das Blatt wendete sich nicht. Es ist bezeichnend, dass selbst eine kleine Steigerung nicht ausreichte, um die Geister der ersten Hälfte zu vertreiben. Die Mannschaft schien nicht bereit zu sein, das Spiel zu drehen, als ob die erste Halbzeit wie ein Schatten über die gesamte Leistung lag.

Die Medien berichteten bereits über mögliche Konsequenzen und Auswechslungen, während die Fans in den sozialen Medien ihren Unmut kundtaten. Das DFB-Team scheint sich in einer Identitätskrise zu befinden. Die schmerzliche Frage bleibt: Ist diese Leistung der Vorbote einer neuen, dunkleren Ära für den deutschen Fußball?

Das Ende der ersten Halbzeit stellte nicht nur einen Rückschlag dar, sondern könnte theoretisch auch als Schreckensszenario im Hinblick auf die kommenden Spiele fungieren. Die deutsche Mannschaft wird sich nun eingehend mit diesen Themen auseinandersetzen müssen, um den Weg zurück zu finden. Man könnte fast meinen, die Zeit der Selbstkritik sei längst überfällig, und der Druck wird nicht geringer, solange die Spiele so verlaufen.

Die Parallelen zu den enttäuschenden Jahren der Vergangenheit sind nicht zu ignorieren. Vor 57 Jahren erlebte die Mannschaft einen ähnlichen Desaster, das sich als Wendepunkt in der Geschichte des deutschen Fußballs entpuppen sollte. Vielleicht ist es an der Zeit, dass sich das DFB-Team mit seinen Wurzeln beschäftigt und die eigene Fußballphilosophie neu definiert.

So bleibt abzuwarten, ob diese bittere erste Halbzeit gegen Paraguay, die an ein schattiges Kapitel zurückdenkt, als Wendepunkt fungieren wird oder ob sie nur eine weitere Episode in einer Reihe von enttäuschenden Leistungen darstellen wird. Eines steht fest: Die nächste Herausforderung muss eine andere Geschichte erzählen.